Wesentliche Erkenntnisse
- ZachXBT enthüllte kürzlich ein durchgesickertes Preisblatt, das mehr als 200 Influencer mit ungenannten Werbeaktionen verbindet.
- Über 160 akzeptierte Zahlungen wurden getätigt, aber weniger als fünf markierten ihre Beiträge als Anzeigen.
- Mit Hilfe von Brieftaschenadressen lassen sich verdächtige Aktivitäten im Zusammenhang mit Werbeaktionen nun leichter verfolgen.
Ein großes Leck hat aufgedeckt, dass 160 Krypto-Influencer vor kurzem Projekte beworben haben, ohne sie ordnungsgemäß offenzulegen.
Der Blockchain-Forscher ZachXBT hat diese Woche Screenshots auf X veröffentlicht, die Benutzernamen, Wallet-Adressen und Preise für Hunderte von Influencern zeigen, die von einem ungenannten Projekt kontaktiert wurden.
Von den mehr als 200 aufgelisteten Konten haben über 160 die Angebote angenommen. Doch weniger als fünf von ihnen kennzeichneten ihre Beiträge als bezahlte Werbeaktionen.
Wie das Preisblatt zusammenbrach
In dem Dokument wurden der Handle eines jeden Influencers, sein Werbetarif und die Adresse der Brieftasche, an die das Geld geschickt wurde, aufgeführt. Jeder wurde in Stufen von hoch bis niedrig eingestuft.
Der Krypto-Influencer Atity führte die Liste der Tier-1-Influencer mit einem Preis von 60.000 $ für einen Beitrag an. Sibeleth verlangte 40.000 $, während Eddy 12.000 $ für sechs Tweets verlangte. MediaGiratfes verlangte 10.000 Dollar für zwei Beiträge.
Keiner von ihnen hat seinen Inhalt als Werbung gekennzeichnet.

Influencer wie Otrew, NotEezzy und OfficialSkyweel lagen im mittleren Bereich und verlangten zwischen 4.000 und 5.000 US-Dollar. Die meisten boten Pakete mit zwei oder drei Beiträgen zu ermäßigten Preisen an.
Bei vielen kleineren Konten wie CryptoCradle und Web3Daily schließlich lagen die Preise für Beiträge zwischen 1.500 und 1.800 US-Dollar. Auch hier waren die Wallet-Adressen sichtbar und mit den Transaktionen verknüpft.
Diese Preisspanne zeigt, wie die Projekte unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Sie zeigt auch das Fehlen einer klaren Offenlegung auf allen Ebenen des Einflusses.
Warum dieses Leck wichtig ist
Die Kryptoindustrie hat schon lange mit der Transparenz zu kämpfen. DeFi- und Trading-Communities verlassen sich stark auf den von Influencern ausgelösten Hype. Wenn Werbeaktionen nicht bekannt gegeben werden, werden Kleinanleger in die Irre geführt und kaufen oft Token zu überhöhten Preisen oder erleiden sogar Verluste.
Nach Angaben des FBI haben die Amerikaner allein im vergangenen Jahr 9,3 Milliarden Dollar durch Krypto-Kriminalität verloren.
Betrügerische Aktivitäten haben sich als schädlicher erwiesen als Hacks, wie aus mehreren Kriminalitätsberichten hervorgeht. Viele Betrügereien verbreiten sich inzwischen über soziale Plattformen wie Telegram, wo Influencer zu den wichtigsten Erbauern des Hypes gehören.
On-Chain-Tracking und Handel
Dieser Trend ist zwar besorgniserregend, doch bietet das Leck den Händlern ein unerwartetes Werkzeug. Jetzt, da die Wallet-Adressen offengelegt wurden, ist eine On-Chain-Analyse mehr denn je möglich. Händler können verdächtige Transfers nachverfolgen, insbesondere Bewegungen zu Börsen nach Werbeeinblendungen.
So können Anleger ein mögliches Pump-and-Dump-Verhalten erkennen. Wenn die Geldbörse eines Influencers zeigt, dass vor der Promotion Token angehäuft und danach stark verkauft wurden, wird das Risiko einer Manipulation deutlich.
ZachXBT wies darauf hin, dass Händler die durchgesickerte Liste wie eine Beobachtungsliste behandeln sollten. Die Verfolgung von Strömen, die an beworbene Token gebunden sind, kann Analysten helfen, koordinierte Bewegungen über mehrere Konten hinweg zu erkennen.
Regulierungsdruck nimmt zu
Die Regulierungsbehörden haben die Aufsicht bereits verschärft. Der Rahmen der Europäischen Union für Märkte für Krypto-Assets (MiCA) und das GENIUS-Gesetz drängen beide darauf, Transparenz in die Kryptomärkte zu bringen.
Die Durchsetzung ist jedoch aufgrund der dezentralen Struktur der Branche begrenzt.
Lecks wie dieses könnten den Ruf nach strengeren Regeln verstärken. Wenn die Aufsichtsbehörden entscheiden, dass nicht offengelegte Werbeaktionen unter falsche Werbung fallen, könnten diese Influencer mit hohen Strafen belegt werden.
Im Moment nährt die fehlende Offenlegung weiterhin das Misstrauen. Die öffentliche Wahrnehmung von Kryptowährungen wird nach wie vor durch Betrug und Schwindel getrübt, und Skandale wie dieser erschweren den Fortschritt.
Das größere Bild für Krypto-Transparenz
Das Influencer-Leck bestätigt, was viele vermutet haben. Bezahlte Werbung in der Kryptowelt bleibt oft unentdeckt. Es zeigt auch, wie tief verwurzelt nicht offengelegte Werbung in der Handelskultur ist.
Wenn die Branche reifen will, müssen sich Influencer und Projekte gleichermaßen für Transparenz einsetzen. Die eindeutige Kennzeichnung von bezahlten Beiträgen ist keine Option, denn sie schützt Investoren und stärkt den Ruf des Marktes.

Bis dahin sollten Händler wachsam sein und Behauptungen immer unabhängig überprüfen. Außerdem sollten Händler, wann immer möglich, das Verhalten der Brieftaschen verfolgen. Dieser Skandal kann Reaktionen der Regulierungsbehörden auslösen. Er gibt der Gemeinschaft aber auch das nötige Rüstzeug, um höhere Standards zu fordern.
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